Rede am 05.03.2026 zum Schulstreik in Gütersloh von Jelka Mattick Ceka
"Der Mensch ist frei geboren und liegt doch überall in Ketten." Ein Zitat von Rousseau, welches kaum so wichtig ist wie an diesem Tag. Denn der Mensch liegt noch wie vor 200 Jahren in Ketten, ein geknechtetes Wesen dieser Gesellschaft und dieses Staates. Einem Staat, der uns zu seinen Untertanen macht und es als bürgerliche Pflicht gegenüber der Demokratie erklärt. Einer Demokratie, die uns das Recht zum Streik verbietet, eine Demokratie, die gesellschaftliche Veränderung bürokratisch verhindert, eine Demokratie, die uns zu Knechten des Krieges macht.
Wie lange wollen wir noch geknechtet werden? Wie lange wollen wir das staatliche Verfahren über uns ergehen lassen? Und wie lange halten wir den unmenschlichen Charakter dieser ach so beschwerdelosen Demokratie aus? Ich für meinen Teil sage Schluss, ich mache Schluss mit der Knechtung, ich mache Schluss mit den Ketten und lasse sie sprengen, denn wir haben die Welt zu gewinnen und nur unsere Ketten zu verlieren.
Die Zuspitzung der Konflikte dieser Gesellschaft ist am Ende des Tages ein Produkt dieser Gesellschaft. Die Polarisierung der Welt in Supermächte sowie auch die Polarisierung der deutschen politischen Landschaft ist ein Produkt dieser Demokratie, einer Demokratie, welche an sich ihren eigenen Untergang erschafft durch die Knechtung des Menschen, durch den Widerspruch einer freien Gesellschaft, die einen in die Kasernensklaverei zwingt.
Nieder mit all diesen Herren der Welt und ihrer Militarisierung, ihrer Lust nach der Entartung des menschlichen Wesens und der Sklaverei ihrer Bürger. Nie werde ich Waffen für die Politiker tragen. Ich werde nur für die Freiheit, niemals Waffen tragen zu müssen, Waffen tragen, für die Freiheit, frei von diesen Herren der Welt befreit zu sein. Ob die Herren dieser Welt Deutsch, Russisch, Amerikanisch, Chinesisch oder Iranisch sind, ist mir egal, denn Herren dieser Welt sollte es niemals geben.
Fort dann mit jenen Ketten, die mir umgelegt werden, der Staat und sein Kriegseifer geht mir nicht über meine eigene Freiheit. Denn ich bin kein Knecht, ich existiere nur für mich selbst und keinen Herrscher.
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